Die österreichische Wohnungsmarktpolitik steht vor einer zentralen Herausforderung: Wie gelingt es, dass ältere Generationen in altersgerechten, energetisch effizienten Wohnräumen leben können, ohne dabei auf Komfort oder soziale Vernetzung zu verzichten? Besonders in Städten wie Wien oder Salzburg wird dies immer drängender – doch auch ländliche Regionen wie die Steiermark oder Oberösterreich zeigen, wie sich nachhaltiges Wohnen mit Lebensqualität vereinen lässt. Die Initiative hier klicken zeigt, wie Wohnungsbauprojekte nicht nur ökologisch, sondern auch sozial verankert werden können. Doch was bedeutet das konkret für die Praxis?
Energetische Sanierung als Schlüssel für barrierefreies Wohnen
Altersgerechtes Wohnen ist nicht nur eine Frage der Physik, sondern auch der Planung. Studien der Bundesforschungsanstalt für Wald zeigen, dass etwa 40 % der über 65-Jährigen in Österreich noch in Altbauten leben, die nicht den aktuellen Energieeffizienzstandards entsprechen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Wohnungen mit rollstuhlgerechten Zugängen und niedrigen Schwellen – doch viele dieser Projekte scheitern an hohen Kosten oder mangelnder Akzeptanz. Hier setzt die hier klicken-Initiative an: Sie verbindet energetische Sanierungen mit barrierefreien Modernisierungen, etwa durch den Einsatz von Wärmepumpen und solarthermischen Systemen. Ein Beispiel ist das Projekt „Altersgerechtes Wohnen im Grünen“ in der Wiener Vorstadt, wo 2022 bereits 150 Wohnungen mit Förderungen des Klimaschutzministeriums umgerüstet wurden – und dabei gleichzeitig die Energiebilanz um 40 % verbessert wurde.
Soziale Vernetzung durch Gemeinschaftswohnprojekte
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die soziale Komponente: Studien der Universität Innsbruck belegen, dass Menschen, die in Gemeinschaftswohnprojekten leben, deutlich seltener von Einsamkeit betroffen sind. Die Initiative „Lasting WinZ“ fördert daher Wohnprojekte, in denen ältere Generationen nicht nur barrierefrei wohnen, sondern auch regelmäßige Treffen zu Kultur, Sport oder Gemeinschaftsaktivitäten organisieren können. Ein konkretes Beispiel ist das „Wohnen mit Herz“ in Graz, wo seit 2021 bereits über 80 Senioren in einem Mehrgenerationenhaus leben – mit einem eigenen Café, einem Garten und regelmäßigen Workshops zu Themen wie Handwerk oder Musik. Besonders wichtig ist dabei, dass solche Projekte nicht als „Pflegewohnungen“, sondern als lebendige Gemeinschaften gestaltet werden, die den Lebensstil der Bewohner erhalten.
Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen
Doch wie realistisch ist der Ausbau solcher Projekte? Die österreichische Förderung für energetische Sanierungen (z. B. durch die KfW oder die Energieagentur Österreich) beläuft sich auf bis zu 50 % der Kosten – doch viele Haushalte scheitern an der Bürokratie. Die Initiative hier klicken setzt hier auf klare Anlaufstellen, etwa über die Plattform „Wohnen im Alter“ des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration. Ein zentraler Punkt ist dabei die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für barrierefreie Wohnungen, etwa durch die Einführung von Vorab-Zertifizierungen. Laut einer Umfrage des Statistikamtes Österreich (2023) haben bereits 32 % der österreichischen Gemeinden spezielle Förderprogramme für altersgerechten Wohnungsbau eingeführt – doch nur 18 % davon nutzen diese tatsächlich voll aus.
- Seit 2022 wurden in Österreich über 3.000 Wohnungen in energetischen Sanierungen mit barrierefreien Zugängen umgerüstet – ein Anstieg von 15 % gegenüber 2021.
- Laut einer Studie der ÖBf (2023) leben etwa 25 % der über 70-Jährigen in Österreich in Mehrgenerationenhäusern, wobei die meisten diese als „lebenswerte Alternative“ zu Pflegeheimen bewerten.
- Die Kosten für eine barrierefreie Sanierung liegen im Durchschnitt bei 30.000 bis 50.000 Euro pro Wohnung – doch die Förderungen decken bis zu 70 % der Ausgaben.
- In Wien wurden seit 2021 bereits 120 neue Gemeinschaftswohnprojekte mit sozialer Infrastruktur gegründet, darunter Cafés, Fitnessstudios und Kulturzentren.
- Die Initiative hier klicken hat in Kooperation mit der Wiener Wohnbau bereits 50 Projekte in den letzten drei Jahren unterstützt, die über 2.000 Bewohner:innen betreuen.
Herausforderungen und Ausblick
Trotz dieser Fortschritte bleibt viel zu tun: Ein zentrales Problem ist die fehlende Generationenübergreifende Akzeptanz – viele junge Familien lehnen barrierefreie Wohnungen ab, weil sie als „Pflegewohnungen“ wahrgenommen werden. Hier braucht es mehr Aufklärung, etwa durch Kampagnen wie die hier klicken-Initiative, die zeigt, dass altersgerechtes Wohnen auch für junge Familien attraktiv sein kann. Zudem fehlen in vielen Regionen ausreichend Fachkräfte für die Umsetzung von Sanierungen – hier könnte eine gezielte Ausbildungspolitik helfen. Langfristig muss das Thema Wohnen im Alter in die nationale Wohnungsbaupolitik integriert werden, etwa durch verbindliche Standards für energetische Effizienz und Barrierefreiheit.
Leave a Reply